Pfarrkirche zu den heiligen Rupert und Virgil in Dorfgastein

Mitten im Dorf liegt an beherrschender Stelle, parallel zur Straße gebaut, die den hll. Rupertus und Virgil geweihte Kirche mit ihren charakteristischen schiefen Turm. Sie zählt zu den ältesten Baudenkmälern des Tales und ist heute noch zum größten Teil in der ursprünglichen gotischen Bauform erhalten. Keine Urkunde und kein Bericht geben Aufschluss über die früheste Baugeschichte. Wir wissen nichts vom Baumeister, der sich möglicherweise selbst im Stein verewigt hat: Die Konsole des Bündelpfeilers im Chorraum neben der Sakristeitür ist nämlich zu einem Männerkopf ausgeformt. Bauteile der nach Süden gerichteten Kirche – vor allem der frühgotische, fünfgeschoßige Nordturm, der eigenartigerweise in den drei oberen Geschoßen noch romanische Rundbogenfriese mit Zahnschnitt trägt – weisen jedenfalls auf eine Entstehungszeit im frühen 14. Jahrhundert hin. Auch die Tür zu Sakristei und eine Wandnische hinter dem Hochaltar zeigen noch den romanischen Rundbogen. Der Turm, mit Rundbogenschallfenstern im obersten Geschoß, musste 1616 durch Stützmauern verstärkt werden, da er sich bereits stark nach Nordwesten zu neigen begann und dringend einer Stützung bedurfte

virgil und rupert

Geschichte der Kirche und der Pfarre

Die erste urkundliche Nachricht von einer Kirche in der vorderen Gastein befindet sich in einer Chiemseer Urkunde vom Jahr 1350, die allerdings heute nicht mehr auffindbar ist. Die Kirche von Dorfgastein war vorerst Filialkirche der Mutterpfarre Gasteins, des „Gozhawses zu unserer lieben Frawen zu Hof“. Im Jahr 1400 stiftete Graf Haugh von Goldegg für die „Zukürch sand Rupprechtz und sand Virgili dasz Dorf in der Castewn“ eine Wochenmesse.

Seit dem Jahr 1857 ist Dorfgastein eine eigene, selbständige Pfarre, deren Betreuungsbereich sich mit der politischen Gemeinde deckt. Seit der Pfarrerhebung wirkten in Dorfgastein fünfzehn Seelsorger, wobei Geistlicher Rat Kaspar Kirchner am längsten diente (von 1960 bis 1993). Seit 1993 wird die Pfarre von Pfarrprovisoren betreut. Seit Oktober 2015 gehört Dorfgastein zum Pfarrverband Gasteinertal, dieser umfasst alle Pfarren des Tales, die alle zum Dekanat Taxenbach der Erzdiözese Salzburg gehören.

 

Rochus und Sebastian

Chor und Hochaltar

Der ursprüngliche frühgotische Hauptaltar wurde im 17. Jahrhundert durch eine barocke Baugestaltung ersetzt, die 1899 dem neugotischen Altaraufbau von Josef Bachlechner weichen musste. Dieser Altar wurde bei der Innenrenovierung 1947 an die Pfarrkirche Prellenkirchen (Niederösterreich) verkauft und durch einen einfachen Altar ersetzt.

Das Juwel der Kirche ist die spätgotische Madonna, geschaffen um 1480. Die Statue stand während des Krieges aus Sicherheitsgründen bekleidet in der Maierhoferkapelle. Sie zeigt die Gottesmutter mit dem Kind auf der Ausstattung Mondsichel. Dieser Typus weist Maria als die in der Geheimen Offenbarung (12,1) gezeigte Frau aus, die den Mond (d.h. die gesamte irdische Welt) zu Füßen hat.

Zuseiten der Madonna stehen zwei frühbarocke Figuren die heilige Barbara und die heilige Elisabeth (17. Jh). Weitere Figuren sind auf Konsolen an den Wänden seitlich des Hauptaltares aufgestellt: innen die um 1750 entstandenen spätbarocken Statuen der hll. Virgil (mit Dom) und Rupertus (mit Salzfass), außen ältere Statuen (17. Jh.) der beiden Pestheiligen Rochus (mit Wunde) und Sebastian (mit Pfeilen). Die vier Evangelistenbilder auf der Mensa des Hochaltares entstanden um 1740. An der rechten Chorwand über der Sakristeitür hängt ein barockes Bild von 1754, wohl das ehemalige Hochaltarblatt, auf dem zuoberst die Plainer Madonna, darunter der hl. Johannes der Täufer und Christus sowie die beiden Kirchenpatrone Rupert und Virgil dargestellt sind.

Gestaltung des Innenraumes

Das Langhaus besteht aus zwei kreuzrippengewölbten Jochen, die durch Gurtbögen getrennt sind. Der einjochige Chor ist mit fünf Achteckseiten abgeschlossen und weist mit seinen einfachen frühgotischen Rippen und Wandvorlagen sowie den schlanken, spitzbogigen Maßwerkfenstern, die den Hochaltar rahmen,  eine in seiner Schlichtheit eindrucksvollen Schönheit auf. 

altar

Die Bodenplatten des Langhauses stammen aus der Bad Gasteiner „Primus und Felizian Kirche“ der sogenannten „Preimbskirche“, die 1857 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde.

barbara und elisabeth1

Öffnungszeiten Pfarramt

      Dienstag 15:00 Uhr bis 17:30 Uhr 
   Freitag    09:00 Uhr bis 11:30 Uhr

Gottesdienste

Sonn- und Feiertage
08:30 Uhr    
Dienstag
18:00 Uhr
 
jeden letzten Samstag im Monat
18:00 Uhr
jeden ersten Freitag im Monat
18:00 Uhr
  jeden zweiten Freitag im Monat 14:00 Uhr  
  sonstige Freitage im Monat  18:00 Uhr  

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